Alle meine Hydrolate oder: was sind Hydrolate?

Wenn ich bei meinen wenig kosmetik-affinen Freundinnen das Wort Hydrolate fallen lassen würde, wäre das Ergebnis wohl nur einige Augen voller Fragezeichen. Ich habe auch ein wenig das Gefühl, dass Hydrolate insbesondere den Bloggerinnen und den Blog-Leserinnen bekannt sind, während Otto-Normalfrau eher das altbekannte Gesichtswasser benutzt (wenn überhaupt). Ob Hydrolate besser oder schlechter sind als Gesichtswasser mit x Inhaltsstoffen, kann ich ehrlich gar nicht entscheiden. Aber es macht durchaus Freude, wohlriechende Auszüge bestimmter Pflanzen ins Gesichts zu sprühen, sage ich euch!

*Was sind Hydrolate*
Eigentlich sind Hydrolate (oder auch Blütenwässer) nur „Nebenprodukte der Wasserdampfdestillation“, wie man bei Wikipedia erfährt. Sie werden auf Basis einer Pflanze hergestellt und haben damit eine wunderbar kurze Liste der Inhaltsstoffe. Durch die Destillation bekommt man die wasserlöslichen Pflanzenstoffe (damit auch die ätherischen Öle) herausgelöst, weshalb Hydrolate wie eine sehr schwache Form eines entsprechenden ätherischen Öls wirken sollen. Ich schreibe bewusst „sollen“, wie das vor allem die großen Frauenzeitschriften gerne tun, wenn sie ein Produkt vorstellen, ohne es selbst ausprobiert zu haben oder konkrete Studien als Beleg für die Wirksamkeit zitieren können. Ich habe bisher noch keine Review gelesen, die ganz deutlich besagt, dass ein Hydrolat eine sichtbare Wirkung hatte – und auch dieser Post hier wird nicht viel anders ausfallen. Und trotzdem benutze ich sie!

Es gibt Hydrolate aus allen nur erdenklichen Pflanzen und Kräutern, was diese Produktart für mich so interessant macht.

*Alle meine Hydrolate*
Teebaumwasser von Maienfelser Manufaktur

Angefangen habe ich mit einem Teebaumwasser. Ich mag den Duft von Teebaumöl wirklich gerne, auch wenn in der Beschreibung des Hydrolats steht, dass der Duft „niemanden vom Hocker reißt“. Gekauft hatte ich es mir zu der Zeit, als meine Haut besonders unruhig und weniger rein war. Teebaumöl ist ja bekannt dafür, eine antiseptische Wirkung zu haben, so wollte ich gerne testen, ob ein weitaus schwächeres Hydrolat ähnlich agieren kann. Und muss sagen, dass ich das nicht mit Sicherheit sagen kann. Ich sprühe mir seit vielen Monaten einige Spritzer nach der abendlichen Reinigung ins Gesicht und arbeite anschließend meine Pflegeprodukte ein. Wunder gab es keine. Meine Haut ist momentan ok, aber wer kann schon sagen, woran es tatsächlich lag? Ich tippe sogar eher auf meine vegane Ernährung seit 6 Wochen.
Aber: es ist unheimlich angenehm den Geruch wahrzunehmen (dafür muss man ihn natürlich wie ich mögen) und die Feuchtigkeit, die ich einschließe mit einer Creme oder einem Öl, ist nicht zu vernachlässigen.
Erwähnenswert ist sicherlich auch noch die Tatsache, dass Maienfelser Manufaktur eine Flasche mit außerordentlich gutem Sprühmechanismus liefert. Das Hydrolat kommt dermaßen fein vernebelt heraus, dass man die einzelnen Tröpfchen nicht spürt. Daumen hoch besonders dafür.

Vor gut zwei Monaten merkte ich, dass die Teebaumwasser-Flasche beängstigend leichter wirkt und sah mich nach würdigen Nachfolgern um. Weshalb es kein Hydrolat der gleichen Marke geworden ist: ich habe sonst einfach nichts benötigt von der Manufaktur und die hohen Versandkosten halten mich von Kleinst-Bestellungen natürlich ab. Aber ich werde mir bei einer nächsten Bestellung auf jeden Fall weitere Hydrolate kaufen, weil es noch so viele besondere Auszüge wie Kräuter der Provence oder Karottensamen zum Beispiel gibt! Eigentlich darf man da gar nicht stöbern, wenn man nicht bestellen will, da die Beschreibungen einen völlig verführen.

DABBA Hydrolate
Fündig wurde ich dann fürs erste bei HILLA Naturkosmetik, Sirkku hat nämlich vor einiger Zeit die Marke DABBA ins Programm aufgenommen, die besonders interessante Hydrolate anbietet. Was mich neben den verwendeten Pflanzen noch für sich eingenommen hat: die (ecocert zertifizierte) Marke kommt aus Lettland und in meinem Kopf, der 1990 aus Kasachstan nach Deutschland kam, ist Lettland noch Teil meiner ehemals sowjetischen Identität (auch wenn die Letten mir das vermutlich übel nehmen würden).
Jedenfalls fand ich neben der Frantsilla Augencreme, von der bereits diverse NK-Bloggerinnen geschwärmt haben und denen ich mich auch anschließen werde, das praktische 3er-Set an 50ml-Flaschen. Aktuell gibt es dieses Set nicht, dafür aber Kraft des Waldes mit Birkenblätter-, Waldhimbeerblätter- und Heidekrautblütenwasser.
Mein Set enthielt Mädesüßwasser, Schafgarbenwasser und Pfefferminzwasser (nicht im Shop momentan, wie es aussieht). Sehr gespannt war ich vor allem auf Mädesüß (niedlicher Name), da Sirkku schon auf Facebook davon geschwärmt hat, weil es einen Sonnenbrand schnell lindern konnte.

Mädesüß- und Schafgarbenwasser haben einen krautig-deftigen Geruch, anders kann ich das nicht ausdrücken. Sie sind nicht lieblich leicht, aber natürlich auch nicht schwer – irgendwie erinnern sie an Essen und dabei auch an wilde Kräuter. Ich gebe zu, ich genieße sie nicht wirklich, aber der Duft ist hier ruckzuck verflogen. Auch ich habe Mädesüßwasser nach einem Sonnenbad auf meine überwärmte Haut aufgetragen, die sich innerhalb kurzer Zeit schon beruhigt hat. Im Gesicht konnte ich keine besondere Wirkung feststellen. Beide nutze ich gerne abwechselnd morgens vor der Pflege – am liebsten jedoch das Pfefferminzwasser, das ganz herrlich frisch riecht! Auch wenn ich Pfefferminze als eher reizend einstufen würde, empfinde ich das Hydrolat davon als angenehm und mild.

Zu guter Letzt steht auf meinem Regal noch das Waldhimbeerblätterwasser, auch von DABBA, welches mir Sirkku freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Das riecht deutlich frischer als Schafgarbe und leicht fruchtig dazu. Ich habe es bisher aber nur wenige Male gesprüht, um mehr Feuchtigkeit zu bekommen.
Die DABBA Sprühaufsätze sind nicht ganz so toll wie die von Maienfelser Manufaktur, sie sprühen weniger fein, das mal am Rande erwähnt.

Und hier ein Gruppenfoto – ihr verzeiht mir den Filter, wenn es mal nicht um farbgetreue Abbildung geht, setze ich begeistert irgendeinen Filter meiner diversen Foto-Apps ein 😉

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Übrigens: wer gerne selbst Hand anlegt und sich aus dem Kräutergarten selbst Hydrolate herstellen mag, für den gibt es auf Olionatura eine hervorragende Anleitung!

*Fazit*
Ich kann nicht behaupten, dass Hydrolate bisher eine bahnbrechende Wirkung auf meine Haut gehabt hätten, aber ich mag diesen Pflegeschritt nach der Reinigung sehr gerne. Allein die verschiedenen Düfte wahrzunehmen, lässt meinen Morgen angenehm beginnen oder meinen Abend entsprechend ausklingen. Die damit gesprühte Feuchtigkeit, welche ja noch die herausgelösten Pflanzenstoffe enthält, tut meiner Haut auf jeden Fall gut und Cremes oder Öle lassen sich damit auch viel besser verteilen bzw. einarbeiten.

Eigene Erfahrung zu machen kann ich nur empfehlen.

Eure

viktoria

18 thoughts on “Alle meine Hydrolate oder: was sind Hydrolate?

  1. Hihi, das ist irgendwie witzig, dass wir meistens keine Wirkung der Hydrolate feststellen können, sie aber dennoch liebend gerne benutzen! Mir geht es auch so. Ein Gesichtswasser, das man auf einen Wattepad sprüht, kommt mir wie reine Verschwendung vor. Und so ein Hydrolatnebel auf der Haut dafür wie purer Luxus. 🙂

  2. Ich verwende Hydrolate auch als kleinen Luxus, zum Erfrischen und mit schönem Duft für gute Laune. Allerdings verwende ich seit kurzem trotzdem wieder vorher ein Gesichtswasser, da es das Gesicht noch mal richtig reinigt. Das schaffen Hydrolate ja nicht…

    1. Ich mache ab und zu einen Wattepad Test nach meiner Reinigung, falls noch was da sein sollte, gehe ich auch mit Gesichtswasser drüber 🙂 ist aber sehr selten, meistens schafft meine Reinigung alles.
      Wobei du nach dem Sprühen eines Hydrolats mit nem Pad drüber gehen kannst, das nimmt ja auch alles runter, was noch drauf sein sollte.

  3. Ein sehr interessanter Post. Ich bin mehr beim Gesichtswasser zuhause, aber ich denke mir, dass so ein Hydrolat durchaus Sinn macht; wie Du auch schreibst, insbesondere zur Erfrischung und wegen des Aromas, so als Wellnessfaktor.

  4. Ich hatte auch schon einige Flaschen der Maienfelser-Hydrolate in Gebrauch, u.A. auch das Teebaumwasser. Leider kann ich wie du keine grosse Wirkung feststellen, dafür ist wohl die Konzentration an ätherischen Ölen in den Wässerchen zu gering. Zurzeit habe ich Dabba Waldhimbeerblätter in Gebrauch und bilde mir ein, dass meine Rötungen nach dem Aufsprühen etwas zurück gehen. Jetzt interessiert mich natürlich auch noch das Hydrolat gegen Sonnenbrand. 😉 Mal sehen, es warten schliesslich noch die anderen beiden Fläschchen aus dem 3er Set. 🙂

    Ich nutze, wenn ich es denn nicht vergesse, Hydrolat jeweils über meinem Gesichtswasser von Alva. Das Rhassoul Gesichtswasser war und ist bisher das Einzige, was bei mir Unreinheiten in Schacht hält. Ich hatte noch nie zuvor so eine tolle Haut! 🙂

  5. Von Maienfelser habe ich bisher nur das Pappelknospenwasser ausprobiert, weil es die Poren verkleinern soll. Tut es leider nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. 🙁 Am Allerliebsten ist mir immer noch Rosenwasser, das mag meine Haut. Und es duftet so gut!

    1. Na das ist ja immerhin eine sichtbare Wirkung gesehen, auch wenn eine verkehrte…
      Rosenwasser riecht wirklich toll, ich trau mich nur seit geraumer Zeit nicht mehr ran, hatte früher den Eindruck, dass ich auf Rosenprodukte mit Pickel reagiere.

  6. Wirklich interessant! Also ich kann mir Hydrolate aus meiner Pflegeroutine nicht mehr wegdenken und möchte das auch gar nicht. Die Sets von Dabba stehen auch schon auf meiner Wunschliste. Bisher habe ich nur Rosen- und Lavendelwasser ausprobiert und finde es toll, dass Dabba da ausgefallenere Varianten anbietet. Liebe Grüße 🙂

  7. Sehr spannend, dankeschön für diesen Post. Ich habe ja auch immer an der Wirkung von Hydrolaten gezweifelt, zumal man sie ja meist in Verbindung mit anderen Pflegeprodukten verwendet und daher die Wirkung wirklich nur schwer isolieren kann. Als ich im Sommer meine Pflegeroutine umgestellt habe und nur noch morgens Öl + Hydrolat und abends nach der Reinigung nur noch etwas Hydrolat (das Apfelwasser von Dabba) aufgesprüht habe, hat sich doch ein Unterschied bemerkbar gemacht. Bin ich abends mal ohne Hydrolat ins Bett, war meine Haut nicht ganz so weich und glatt wie mit, unglaublich und da ist mir echt ein kleines Licht aufgegangen. Das „Stärke der Wiese“-Set habe ich derzeit übrigens auch in Verwendung und lieeebe das Pfefferminzwasser genauso wie du, vor allem für die Haare. Ich hätte niemals gedacht, dass ich das jemals schreiben würde, aber ja, das macht sich super zur Haarpflege und ich merk grad schon, dass ich dazu ganz bald mal einen ausführlichen Post fertig machen muss…
    Hupsi, sorry für den Roman .D
    Mexicolita schrieb kürzlich: ein Sonntagsspaziergang auf der on beauty in FrankfurtMy Profile

  8. Hallo.

    Danke für den schönen und informativen Artikel. Ich bin erst seit einer kurzen Weile auf dem NK – Trip und finde Hydrolate extrem spannend. Generell finde ich Pflanzen und deren Wirkung innerlich und äußerlich ein faszinierendes Thema – ich habe auch schon beobachtet (zumindest bei mir 😉 ), daß es einen manchmal automatisch zu bestimmten Pflanzen/Düften hinzieht die man gerade benötigt. Ob Hydrolate jetzt eine festzustellende Wirkung haben, weiss ich noch nicht zu sagen. Auf alle Fälle sind sie für mich auch ein kleiner Luxus im Alltag und zumindest psychisch entfaltet der eine oder andere Geruch bei mir (s)eine wohltuende Wirkung!

    Liebe Grüße Severine

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